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Ehefrau 1.0 Update
28.09.2006   Druckversion
Ein Upgrade ist immer ein Risiko. Es macht zwar Sinn, ein veraltetes System aufzurüsten und somit den aktuellen Anforderungen anzupassen, doch oft führt dies zu einen Systemcrash. Man sollte daher auch den Erwerb eines neuen Systems in Betracht ziehen, um den mit einem Upgrade verbundenen Problemen aus dem Weg zu gehen. Der folgende Tatsachenbericht schildert den Ablauf eines Upgrades, der eine Hilfestellung für den Umgang mit Upgrades sein soll. Letztes Jahr hat ein Freund ein Upgrade von Freundin 3.0 auf Ehefrau 1.0 gemacht. Seine Erfahrungen dabei waren haarsträubend: Diese Applikation verbraucht extrem viel Arbeitsspeicher und läßt fast keine Systemressourcen übrig. Bei genauerem Prüfen fand er dann heraus, daß diese Applikation zusätzliche "Child"-Prozesse aufruft. Das hat natürlich zur Folge, daß die sowieso schon knappen Ressourcen noch mehr beansprucht werden. Außerdem ist die Applikation sehr betriebssystemnah programmiert. Sie klinkt sich gleich beim Booten in die Kommandostruktur ein und kontrolliert somit sämtliche Ressourcen. Das geht soweit, das andere Applikationen bei ihr nachfragen müssen und dann ggf. einfach keine Ressourcen zugewiesen bekommen. Somit sind einige Applikationen nach der Installation von Ehefrau 1.0 überhaupt nicht mehr lauffähig. Dazu gehören z. B. Skatabend 7.1, Extrem-Besaufen 3.4 und Kneipentour 5.0. Zu allem Überfluß scheint das System von Tag zu Tag mehr unter diesen Umständen zu leiden. Es sieht so aus, als würde Ehefrau 1.0 sich wie ein Virus im System verbreiten. Dabei werden Protokolle über alle Aktionen anderer Prozesse angefertigt. Andere, mit der Applikation vertraute Anwender hatten ihn vorher gewarnt, doch da keines dieser Phänomene in der Produktbeschreibung oder Anleitung erwähnt wurde, hatte er dies wohl einfach ignoriert. Ein weiterer Minuspunkt für diese Applikation ist, daß sie bei der Installation keinerlei Optionen bietet. So kann man nicht entscheiden, ob Zusatzprodukte wie Schwiegermutter 1.0 oder Schwager 1.2 mit installiert werden. Einige wichtige Features hat man sogar einfach vergessen in die Applikation einzubauen. Da wäre z. B. ein Uninstaller, ein "Erinnere mich nie wieder"-Button, ein Minimize-Button oder die Unterstützung von Multitasking, so daß gleichzeitig noch andere Programme eine Chance haben, mit dem System zu kommunizieren. Persönlich denke ich, ich werde bei Freundin 5.0 bleiben, obwohl das auch nicht ganz unkompliziert ist. So war es zum Beispiel bei keiner Version möglich, sie über den Vorgänger einfach so zu installieren: Nein, vorher mußte eine saubere Deinstallation durchgeführt werden, um sicher zu stellen, daß keine Interrupts oder I/0-Ports mehr blockiert werden. Sollte man dies vergessen, so kann es passieren, daß die frisch installierte Applikation einfach abstürzt. Meistens bleibt einem dann nichts anderes übrig, als sich eine neue Kopie zu besorgen. Auf mitgelieferte Uninstall-Routinen sollte man sich jedoch keinesfalls verlassen. Es bleiben fast grundsätzlich irgendwelche Reste im System zurück. Ein weiteres Problem, was die meisten Versionen von Freundin haben, ist die lästige Aufforderung, sich doch ein Upgrade auf Ehefrau 1.0 zu besorgen. Diese erscheint, wie bei allen Shareware-Programmen, in regelmäßigen Abständen, aber meist dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Ich kann die Erfahrungen bestätigen, habe das Problem aber wie folgt gelöst:
  •  Nach Installation von Ehefrau 1.0 in EHEFRAU.INI alle Einträge löschen, die mit "Ich will...." beginnen.
  •  Anschließend den zugeordneten Arbeitsbereich von GLOBAL in LOKAL umbenennen.
  •  Im zugewiesenen (nun lokalen) Arbeitsbereich verschiedene, zeitraubende Prozesse installieren z.B. Spülen, Putzen u.ä. (dabei besser ältere Versionen verwenden, die sind langsam und speicherintensiv).

Nach dem Booten ist das Programm EHEFRAU 1.0 nun fast ausschließlich damit beschäftigt, die Prozesse im zugeordneten Arbeitsbereich zu bearbeiten. Das Gesamtsystem wird dadurch zwar etwas langsamer, aber die nun freigewordenen Ressourcen haben bei mir ausgereicht, um eine neue Version von FREUNDIN zu installieren. Übrigens: Frauen mögen das Schreiben ganz besonders. Wenn Sie also mal ne "Freundin" los werden möchten...

Die Meinung einer (Ehe-)Frau dazu:
Von der Anwendung der von Ihnen verbreiteten Tips und Tricks zur Anpassung der Applikation Ehefrau 1.0 kann ich nur dringend abraten. So etwas funktioniert wenn überhaupt, nur bei sehr vorsintflutlichen Applikationstypen (so aus dem Abacuszeitalter). Applikation Ehefrau 1.0 übernimmt nämlich spätestens nach der Ausführung des "Ja"-Statements des Ehemannes in der Initialisierungsroutine SYS.INI (STANDESAMT) das Kommando, macht sich selbst zur Systemverwalterin und ändert als allererstes das Systempaßwort. Danach hat der Ehemann nichts mehr zu sagen, geschweige denn irgendwelche RACF-Berechtigungen (=Zugriffsberechtigungen), um die Datei Ehefrau.ini zu ändern. Das ist auch gar nicht notwendig. Applikation Ehefrau hat nämlich die äußerst schwierige und herausfordernde Aufgabe, das verlotterte, unzivilisierte Wesen namens Junggeselle in ein ordentliches Mitglied unserer Gesellschaft namens Ehemann zu transformieren: Daß das ein ressourcenintensiver Prozeß ist, ist doch logisch. Er kann übrigens beschleunigt werden, indem beim IPL(=Neustart eines Großrechners) der Parameter "ERTEILE BANKVOLLMACHT" auf "YES" gesetzt wird. Außerdem haben Sie vergessen, auf die Vorteile der Applikation Ehefrau hinzuweisen. Als da wären z. B. - Die Applikation informiert Sie morgens, welche Krawatte Sie in der Vorstandssitzung anziehen sollen.

  • Es laufen Gesundheitsauditorprozesse ab, die sofort Gegenmaßnahmen einleiten falls der Ehemann beim Rauchen ertappt wird.
  • Sie haben nie mehr Langeweile, denn die Applikation sagt Ihnen immer, was Sie tun sollen.
  • Und wenn Sie Ihre Applikation gut pflegen, haben Sie es abends auch immer schön warm im Bett.








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